Mittwoch, 4. Juni 2025

4.6.25 Tuna bru

 

Tana bru was??? Ein Ort um eine Brücke und eine Kreuzung in Nordostnorwegen, an der Du nicht vorbeikommst. Willst Du von O nach W von N nach S oder jeweils entgegengesetzt oder willst Du nur die Tana überqueren, Du kommst um Tana bru nicht herum.

Noch ein kleiner Nachtrag von der gestrigen Schiffspassage und der Suche nach einer Übernachtung.


Küste der Barentssee
Einfahrt in den Batsfjord

Die Hurtig Ruten sind ja ein port hopper und fahren deshalb nie weit aufs Meer hinaus. Deshalb hat man bei guter Sicht immer Blick zu norwegischen Küste.
Gegenüber normalen Fährschiffen ist das Schiff schon recht vornehm.

Ankunft Batsfjord 20:00 und noch 30km bis zum Batsfjord Farmen Syltefjord Camping. Verwirrung Batsfjord oder Syltefjord - was nun? Nach Anruf, ich muß eine Fjord weiter in den Syltefjord. Heißt raus aus dem einen und rein in den anderen Fjord. Wer schon mal in Norwegen war, weißt was das heißt. Nach etwa 30 km dann am Camp, sehr nette Betreiber, tolle Hütte und alles fein.



Um möglichst viel von Landschaft und Natur zu sehen, fährt man am besten die Häfen an der Barentssee von Land an. Von Syltefjord ging die Tour heute zunächst nach Berlevag und dann zurück bis nach Tana bru. Davon verlaufen etwa 100km im Kongsfjordenfjell, einer vollkommen baumlosen Hochfläche, auch Bergtundra genannt. Seht selbst wie es hier aussieht.


Die Anfahrt zum Fjell




Eisige Temperaturen auf dem Fjell

Diese Haus ist gerade dabei sich auszuschmelzen

Auf der Hälfte der Strecke bin ich in den Kongsfjord hinab gefahren. 






Kjölnes fyr ein Leuchtturm kurz von Berlevag mit langer Geschichte. Erst aus Holz, nach Beschwerde der Fischer aus Stahl, von den Deutschen zerstört, wieder aufgebaut mit neuer Architektur in der heutigen Form und seit 1994 automatisiert betrieben. In den zum Leuchtturm gehörenden Gebäude kann man heute übernachten und sich vom Meeresrauschen oder -donnern in den Schlaf wiegen lassen.





Berlevag- das einzige Fotogene im Ort😒

Zurück aus dem Kongsfjord im Fjell hatte der Wind so aufgefrischt, dass ich bei Geradeausfahrt in Schräglage war. Das muß von vorn oder hinten eigenartig ausgesehen haben.

Zum heutigen Schluß noch ein Blick auf die Brücke von Tuna bru. Tolle Konstruktion wie überhaupt sehr viele Brücken in Norwegen.







Dienstag, 3. Juni 2025

3.6.25 Vardö/Hurtig Ruten

 


Bedingt dadurch, dass die Küstenorte meist nur über Stichstraßen erreichbar sind, habe ich heute Abend das Hurtig Ruten Schiff gewählt. Ich bin an Bord zwischen Vardö und Batsfjord. Verglichen mit dem Fährschiff von Finnlines von Travemünde nach Helsinki ist die Richard With um Klassen besser. Das Schiff fährt mit LNG und hat offensichtlich einen Podantrieb. Es hat im Hafenbecken quasi auf dem Teller gedreht.

Heute Morgen habe ich das weitgehend verlassene Fischerdorf Hamningberg besucht. Die Fahrt an der Küste entlang war wieder sehr beeindruckend.









...und hier ist die Strasse in Hamningberg endgültig zu Ende. Nur noch Eismeer bis vielleicht zur nächsten Schlittenspur in der Arktis.



Die Natur kann gar nicht so rau und menschenfeindlich sei, dass sich nicht doch noch ein Norwegen zum Siedeln findet.


Noch ein paar Bilder von Vardö.

Selbst die Drahtspitzen helfen nicht gegen den Willen der Möwen zu nisten..





Das mit der Great Again scheint sich weltweit durchzusetzen



Die Kirche ist ein guter Schluß für heute



Montag, 2. Juni 2025

2.6.25 Vardö

 

Heute von Vaggatem nach Vardö an der Barentssee.

328km sind im Normalfall keine Herausforderung. Bei 5°C und starkem Wind ist es dann aber doch nicht ganz normal. Trotzdem eine wundervolle Fahrt durch die Finnmark und deshalb bin ich hier. Von Hesseng (Karte oben) bis zum Ende des Varangerfjorden ist bisher meine Traumstraße auf diese Tour. Im Gegensatz vor 6 Jahren im strömendem Regen konnte ich sie heute in allen Zügen - Landschaft, Strassenführung, Kurven, kein Verkehr - genießen.



Ohne Schnee und mit Giraffen, könnte das auch Namibia sein🙂

Rau, unwirtlich und abweisen - herrlich!



        Sehr schön mit dem Motorrad zu fahren🏍️

Am Ende des Fjords ging es auf der anderen Seite wieder in die Gegenrichtung nach Vardö. Die Strasse führt direkt am Wasser entlang und war dem vollen Wind von See ausgesetzt. Trotz aller Schönheit möchte man dann doch nur noch ankommen.

Ich bin natürlich angekommen und zur Belohnung heute zum ersten Mal ein Wal Steak gegessen. Jetzt ist mir auch klar, warum die Norweger so auf ihrer Walfang Tradition bestehen. So ein leckeres Steak unglaublich, das muß man bei aller Diskussion um diese Thema einfach haben. Der Wal war ja auch eh schon tot🤔.

Zum Ende, das sind die Spielzeuge der Kunder auf den Spielplätzen im hohen Norden.








Sonntag, 1. Juni 2025

1.6.25 Fast in Russland

 

Die Grenze die Systeme und Anschauungen trennt, die Grenze zwischen Ost und West liegt in der Mitte des Flusses Jakobselvs. 

Morgens 5°C und Regen ist eigentlich dazu gemacht nicht loszufahren oder aber immer wieder die Wetter App zu befragen wann das Regengebiet denn nun durch ist. Leider passte das vor dem Fenster nicht mit der App zusammen, also los.

Richtige Entscheidung aber die Temperatur blieb wie angekündigt und gefühlt noch darunter.

Erstes Ziel war Grense Jakobselv, ein fast verlassenes Dorf an der Barentssee.


Man sieht es dem Ort nicht an, Funde bezeugen aber bereits eine Besiedelung vor über 10.000 Jahren. Da war es wohl noch nicht so kalt hier oben. Bemerkenswerter als der Ort ist die Anfahrt - seht selbst.




Hier hat der Winter gegen den Frühling noch nicht verloren.

Und immer wieder leben Menschen in diese eher lebensfeindlichen aber großartigen Natur
Die Seen sind zum Teil noch zugefroren

Ja und dann war sie da die Grenze zu Russland.

Eher unspektakulär aber nicht zu unterschätzen. Am Ender der Strasse habe ich zwei junge Norwegische Grenzer getroffen - und in was für einem Auto, im Wolf ( wer gedient hat weiß was das ist😏). Spass beiseite, die Zwei haben schon klar durchblicken lassen was ihre Aufgabe ist und dass die Russen unerlaubtes Überschreiten auch sehr konsequent handhaben. Man sollte tunlichst vermeiden hinter die gelben Grenzpfähle zu kommen. Auf den Bergen auf norwegischer Seite sieht man Überwachungstechnik. Auf russischer Seite einen Turm wie man ihn aus russischen Filmen kennt. Wahrscheinlich noch aus Reparations Stahl. 

Das Gespräch mit der zwei jungen Grenzschützern war recht interessant. Insbesondere hat mich ihre positive Einstellung zum 2018 wieder eingeführten geschlechterneutralen Wehrdienst erstaunt. Das sowohl aus sicherheitspolitischer aber vor allem auch aus persönlicher und charakterbildender Sicht. Da haben die jungen Menschen hier im Norden wieder mal einen Vorsprung. Hatten die nicht auch eine bessere Bildung? Ok, das führt jetzt zu weit.

Der Ort hat eine sehr schöne Kirche und ein paar Häuser. Angeblich gibt es noch ein paar Dauerbewohner.


Das ist das Ende der Strasse. Danach kommt nur noch die Barentssee bis zur Arktis.

Mein Übernachtungsort ist heute Vaggatem im Pasvikdal am Fluß Pasvikelva. Schaut man auf obige Karte ist das der schmale Finger Norwegens der nach Süden verläuft und zwischen Russland und Finnland eingeklemmt ist.
Über den Fluss gibt es, nein gab es eine Brücke die heute nur noch in Teilen aus dem Wasser ragt mit einer interessanten Geschichte.
Die Brücke wurde von den Deutschen im Krieg gelegt. Die Brücke ist eine Eisen Konstruktion von Gustave Eiffel entworfen, dann gebaut und genutzt in Frankreich, durch Deutschland in Frankreich abgebaut, her transportiert und hier über den Fluss gelegt. Mit den Anrücken der Russen zu Kriegsende wurde die Brücke gesprengt und ragt heute noch in Teilen aus dem Wasser. Irgendwie schon von hinten durch die Brust ins Auge und Kosten Nutzen im nachhinein Katastrophe. 


 


Mit dem Motorrad habe ich es bis an den gelben Grenzpfahl (na jedenfalls fast) geschafft und konnte die Überbleibsel recht gut fotografieren.

Bei all der Fotografiererei entlang der Grenze habe ich mich immer wieder gefragt beobachtet mich da jetzt jemand oder nicht. War aber auch egal, hat Spass gemacht und ging ja früher nicht weil man nicht so nah ran kam an die Grenzen, zumindest wir Ossis.

Ja und hier übernachte ich heute...


...und morgen geht es wieder und weiter hoch in den Norden.