Dienstag, 27. Mai 2025

27.5.25 Suomussalmi


Winterkrieg Denkmal 
 Die viel Steine stehen sowohl für die gefallenen Finnen als auch die Russen.

Heute kommt Ihr an ein wenig Geschicht nicht vorbei. Ich bin in Suomussalmi und in der Region fanden erbitterte Kämpfe im ersten Winterkrieg statt. D und die SU hatten einen Nichtangriffspakt geschlossen und in geheimer Nebenabrede Finnland der Einflußsphäre der SU zugeschrieben. Gefundenes Fresse für die Russen, sie greifen 1939 Finnland an, scheitern aber am Widerstand der Finnen. Friedensvertrag nach Rückeroberung weiter finnischer Gebiete aber Abtretung großer Teile Kareliens an die Russen.

Zweiter Krieg ab 1941. 1944 konnten die Finnen die Russen zum Stehen bringen. Infolge dessen Sonderfrieden (Waffenstillstand) zwischen FIN und SU.

Dritter Krieg (Lapplandkrieg). In Lappland waren 200.000 Mann (wirklich soviel?) deutsche Wehrmacht stationiert. Im obigen Sonderfrieden verpflichtete sich FIN diese Truppen zu vertreiben. Das gelang auch, aber die Deutschen hinterließen verbrannte Erde.

Warum erzähle ich das? Weil ich schon einige Städte hier gesehen habe und heute es mir in  Suomussalmi wieder aufgefallen ist. Es gibt keine alten Gebäude - nothing! Die Straßen sind im Karo angelegt und man sieht ausschließlich - mehr oder weniger schöne - Nachkriegsbauten. Diese 3 Kriege haben haben in Teilen Finnlands nichts übrig gelassen. 


Weitläufig, fast ein wenig wie USA...
... aber schön in den Wald gebaut...
...und zwischen den Bäumen ein moderner Kirchturm.


Den Finnen hat sich das wohl sehr tief eingebrannt. Das erklärt auch die vielen gepflegten Kriegsschauplätze entlang der Via Karelia und ihre überaus positive Einstellung zu ihrer Verteidigungs Bereitschaft. Sie haben mit 5,6Mio Einwohnern 938.000 Militärisches Potential, davon rd. 900.000 Reservisten!!! Von solchen Anteilen sind wir in der aktuellen Diskussion noch weit entfernt. 

Etwas erfreulicheres:

Auf den Verkehrsschildern sind zwar immer Elche drauf, vor denen man sich in Acht nehmen soll. Aber auch Rentiere sind recht kompakt.

Ein in D eher unbekanntes Verkehrsschild



Die Landschaft ist einfach nur schön. Sorry, habe ich schon ein paar mal gesagt.

Und zuletzt der letzte Schnee😏




Montag, 26. Mai 2025

26.5.25 Via Karelia



Kurze Rückschau auf gestern - total verregnet, durchnässt, kalt und am Abend lange bei zum Glück etwas nachlassendem Rege nach einer Unterkunft gesucht. Was soll man da noch posten😖. Letztendlich habe ich doch noch ein offenes Hotel in Kitee gefunden und alles konnte im gut geheizten Zimmer trocknen.

Heute Morgen dann blauer Himmel und Sonnenschein und endlich führt die Via Karelia über kleine Nebenstrassen und es sollte noch viel schöner werden. Zunächst geht es gen Osten direkt auf die russische Grenze zu, solange bis in Niirala, auf der russischen Seite Vjartsilja, die Strasse blockiert war. Der Übergang nach Russland ist absolut zu. Von da ging es dicht an der Grenze entlang Richtung Norden nach Ilomantsi. Die Grenze ist sichtbar durch ein paar gelbe Pfähle, ansonsten würde man sie gar nicht erkennen. Eine irgendwie geartete Grenzsicherung ist nicht erkennbar. Da ist selbst die Grenze zwischen D und Austria durch Grenzschutz und Polizei mehr beobachtet als hier. Wahrscheinlich wird sie schon bewacht, nur mit Mittel die für mich nicht sichtbar waren. 

Wie auch immer, ab hier hörte die landwirtschaftliche Nutzung auf und man ist allein in der ostfinnischen Wäldern - einfach fantastisch der Wald und immer wieder kleine und große Seen. Der Ladogasee, warum erinnere mich mich aus meinem Geographie Unterricht an ihn🤔, liegt jenseits der Grenze etwas südlicher. Wäre vor ein paar Jahren ein Abstecher wert gewesen. Naja, vielleicht erobern den die Finnen ja mal zurück. Zumindest ein Teil gehörte mal zu Finnland, mußten sie aber 1944 an die Russen abgeben.

Ilomantsi ist das Zentrum der Kalevala Kultur.

Das Kalevala ist ein von Elias Lönnrot im 19. Jahrhundert auf der Grundlage von mündlich überlieferter finnischer Mythologie zusammen gestelltes Epos. Es gilt als finnisches Nationalepos und zählt so zu den wichtigsten literarischen Werken in finnischer Sprache.

Leider hat das Kalevala Haus - dort gibt es nämlich auch ein Büfett mit original karelische Gerichten😋- am Montag geschlossen. Mist wieder mal nix zum Mittag.

Egal, weiter geht es auf der 522 zum heutigen Ziel Lieksa. Jetzt wird es noch einsamer. Trifft Dich hier ein Elch ist mit Hilfe nicht so schnell zu rechnen. Naja Elche kamen nicht, aber plötzlich war die Strasse weg. Nicht ganz weg aber der Teer war weg. Hurra geil eine Schotterstraße und die etwa 25-30km lang. Fahrerisch natürlich das Highlight des Tages und das in dieser Natur. Nur passieren sollte halt nichts.

Übernachtet wird auf dem Campingplatz Lomakylä Timitraniemi in Lieksa, eine Halbinsel in einem der vielen Seen. Nur vier Gäste, das ist schön, aber die ersten finnischen Mücken wohnen auch schon hier.

Das war es für heute, morgen geht es weiter nordwärts und zum Abschluß ein paar Eindrücke in Bildern.

Hotel in Kitee

Auf dem Weg zu russischen Grenze


Hinter den gelben Pfählen ist Russland - grüne Grenze, vielleicht auch nur der Hinterlandszaun. Nach Navi ca. 200 m zwischen Strasse und Grenze🤔.

Mitten im Wald ein Kirchlein. In dem Unterstand rechts könnte man mit Matte und Schlafsack gut übernachten und hätte noch göttlichen Schutz gratis dazu.




Da drüben ist schon wieder Russland.
Russisch Orthodoxe Holzkirche. Haben die Einwohner gebaut, nachdem sie von den Russen von gegenüber ausgesiedelt wurden und die alte Kirche dort im Krieg zerstört wurde.

Ein karelisches Haus

Das Kalevala Haus in Ilomantsi (Montag Ruhetag und kein Kalevala)

Die Erinnerung an den Winterkrieg gegen die Russen wird in Ostfinnland sehr gepflegt. Man beachte die fächerförmige Ausrichtung nach Osten. Der Finne ist vorbereitet👍.

Die schöne Schotterstraße


Mein heutiges Nachtlager


Samstag, 24. Mai 2025

24.5.25 Ankommen in Finnland


Der Frühling hat mich in Finnland ein zweite Mal begrüßt. Hier sprießt das erste grüne Gras, die Birken zeigen ihr erstes frisches Grün und die Milchstückchen (Löwenzahn) blühen gerade in schönem Gelb. Die Natur ist also ein Stück zurück gegenüber Deutschland. 

Runter von der Fähre, durch Helsinki und es ging Richtung Osten zur russischen Grenze. Sofort ist das Finnland Feeling da, der niedrige Mischwald aus Kiefern und Birken, ab un zu ein See, am Boden Moose und Flechten die eher an alpine Gegenden erinnern und immer wieder hinter den Bäumen einzelne Gehöfte. Manchmal nur zu vermuten, wenn links und rechts Schotterstrassen in den Wald abgehen. Ich bin in Finnland angekommen, Ich liebe diese Natur. Skandinavien beginnt aber schon, wenn die Fähre durch viele kleine Inseln sich Helsinki nähert.

Die Überfahrt von Travemünde über die Ostsee ist ein schöner Beginn der Reise. Bei gestern schönem Wetter auch an Deck mit unendlichem Blick übers Wasser sehr zu geniessen. 

Heute waren es dann getracked 223 km Autobahn, Landstrasse und ein wenig Schotter zum eingewöhne😏. Einen geeigneten Campingplatz für das Zelt habe ich nicht gefunden - die Saison hat noch nicht so richtig begonnen - auch in dem kleinen Hotel am See bei Vaittila (Region Lappeenranta), in dem ich übernachte, mußten sie erst noch fix das Zimmer sauber machen. Aber ich habe einen herrlichen Blick aufs Wasser. 

Morgen geht es dann richtig los auf der Via Karelia Richtung Norden.


Hier wohnt glaube ich ein Troll. Hoffentlich dreht der heute Nacht nicht eine Runde mit dem Motorrad, das hinter seiner Wohnung steht.




So bin ich heute Morgen in Finnland angekommen.


Wahrscheinlich die Ansteuertonne für Gotland mitten auf der Ostsee...
...und der Handel mit der Finnen scheint zu funktionieren.


Donnerstag, 22. Mai 2025

22.05.2025 Tourstart



Die ersten 500km bis zur FINNLINES Fähre in Travemünde verlaufen unspektakulär. Ein wenig Regen aber vor allem extremer Wind auf der Autobahn in Richtung Norden - naja Wetter wie immer wenn ich on tour gehe.

Jetzt ist es gg. 22:00, eingecheckt ist aber noch nicht on board. Die Fähre legt morgen Früh 2:00 Uhr ab und erreicht am nächsten Tag gg. 10:00 Uhr  Helsinki. Eine kleine Seereise über die Ostsee und ausgeruht geht sofort Richtung russische Grenze und dann nach Norden auf die Via Karelia.

Bis bald aus Suomi.

Freitag, 25. April 2025

Ilmenau 2025

Motorradtour 2025 



Hallo an alle die mich auf meinen letzten Touren begleitet haben. Am 22.05.25 geht es wieder los - in die nördlichste Region Festland Europas.

Start ist natürlich Ilmenau. Mit der Fähre nach Finnland und dort die Via Karelia entlang der russischen Grenze bis nach Kirkenes in Norwegen.

Weiter über die Halbinseln Varanger, Nordkinn, Svärholthalvoya und Mageroya Mahkaravju in der Barentssee.

Über Kvalöya Fula, den Öksfjord nach Kagen im Nordmeer und dann quer durch Norwegen und Schweden nach Stockholm.

Kartenansicht hier klicken:

Via Karelia

Eismeer

Freitag, 28. Juni 2024

Ilmenau 28.6.24

Heute die letzten 500 km bis Ilmenau und eine großartige Motorradtour ist zu Ende. Die Transalp und ich sind wohlbehalten nach 7280 km zurück.


6 bereist und 2 Transit Länder - was waren meine Highlight?

Mostar in Bosnien und Herzegowina die Stadt die eins sein sollte und doch noch in einen West- und Ostteil, einen christlich und einen muslimisch geprägten geteilt ist.

Die Querung des Durmitor Bergmassivs mit dem Sedlo Pass in Montenegro sowohl fahrerisch als auch durch seine so unterschiedliche und alpine Natur. Natürlich der Blick auf die Bucht von Tutor bei der Fahrt und die Fahrt selbst aus dem Gebirge hinunter an die Adria.

In Kroatien war es die Altstadt von Split.

Korsika von Bastia nach Ajaccio entlang der Küste ein Motorrad Traum mit fast stetem Blick auf das Mittelmeer. Im Inneren der Insel das Valle d'Asco.

In der Pyrenäen in Frankreich und Spanien ganz klar der Cirque de Gavarnie, der Lac de Cap de Long, natürlich die Einweihung der Transalp auf der Gravel Piste der Schmuggler von Spanien nach Andorra und in Frankreich dann die Chevennen mit dem traumhaften Canyon der Tarn und die Passstrassen zwischen den Hochebenen und den tiefen Schluchten.

Last but not least die vielen vielen Pässe oder besser die Wege hinauf und wieder hinunter, weswegen Motorradfahrer ja überhaupt in Gebirge fahren:-).


Donnerstag, 27. Juni 2024

Colmar 27.6.24

Nicht viel zu berichten heute. Bin ja auf der Rückfahrt nach Hause und habe heute nur 600 Autobahnkilometer erlebt. Diese Kilometer aber ohne Stau und ohne Baustelle - allerdings in Frankreich! Wie bekommen die das hin? Obwohl das Verkehrsaufkommen um die Ballungszentren wie z.B. Lyon vglb. mit D ist. Zwischen den Zentren muß man allerdings Maut zahlen und der Verkehr nimmt überdeutlich ab. Wie auch immer, morgen am Freitag wird es wohl um Frankfurt anders aussehen.